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BURGRUINE MONTAIGLE (vom XIII.bis zum XVI.Jhd)


ETWAS GESCHICHTE


Am Zusammenfluß von Molignée und Flavion ragt Burg Montaigle auf einem schroffen Felsvorsprung auf, der am Ende der Römerzeit (vom III. bis zum V. Jhd.) von einer kleinen Militärgarnison bewohnt war.

Die Feste wurde Anfang des XIV. Jhds auf einem älteren Bauwerk von der Familie Dampierre, die damals an der Spitze der Grafschaft Namur war, errichtet. Dies war ein Teil des Leibgedinges des jüngsten Sohns von Guy de Dampierre, Guy de Namur, der auch Regent Flandern und Held der Golden-sporen-schlacht (1302) war. Später, im XV. Jhd wurde Montaigle zu einer mit mehr Geschoßen und Kellern, mit großen Fenstern, Kaminen und Abörten bequemen Wohnung umgebildet.

Das was heute noch zu sehen ist, stammt aus dieser Zeit; aber achtsame Besucher werden auch Spuren des vorigen Bauwerks entdekken : Bogenschützescharten, zugemauerte Schießscharten; Verdickung der Mauer durch Verdoppelung und später Aufstockung davon; verschiedenartige Kantensteinen; usw...

Damals war Montaigle der Hauptort einer der neun Vogteien (Verwaltungsbezirke) der Grafschaft Namur geworden und es diente oft als Wohnung für die letzte Grafin von Namur, Jeanne de Harcourt, vornehme Dame bei den Höfen Frankreichs und Burgunds.
Auf Anordnung Karls V. -im Krieg gegen den französischen König Heinrich II.- wurde Montaigle aufgegeben und von den Truppen des französischen Königs im Jahre 1554 in Brand gesteckt. Die Burg wurde nie wieder aufgebaut. Sie wurde Legende, wie der ruhrende Bericht "Die Dame mit dem Reisig-bündel" und die dramatische "Legende von Midone de Bioul" es beweisen.

Von den Bewohnern der Umgebung als Steinbruch ausgebeutet, den Unbilden des Wetters und der Vegetation ausgeliefert, verdankt die Feste ihr Fortbestehen der Vermittlung vom Graf von Beauffort, der sie 1854 kocht, um eine völlige Vernichtung zu verhüten und, um die ersten Befestigungsarbeiten zu unternehmen. Die Familie del Marmol, Besitzerin von Montaigle seit 1865, hat die Rettungsarbeiten fortgesetzt und hat auch das unter Denkmalsschutz stellen des Gebietes (1946) und dies der Ruine (1965) erhalten.

So entstand langsam der Verband der "Freunde von Montaigle", ein uneigennütziger Verein von Freiwilligen, die dem Besitzer dazu helfen wollen, dieses gefährdete Denkmal zu retten und, seinen Wert zur Geltung zu bringen. Ihr Einsatz hat vor allem dazu geführt, eine neue Befestigungsmethode der Ruine zu entwickeln durch Spritzen von Mikrobeton. Seit 1982 wird die systematische Absicherung der Ruine vom Amt für Denkmalsschutz subventioniert; ferner helfen in die Arbeit gesetzte Erwerblose, großzügige Gönner, sowie vergängliche Gruppen Freiwilligen. Übrigens wurde das Streben der "Freunde von Montaigle" im März 1985 von der "Fondation Roi Baudouin" belohnt (bei dem Wettbewerb "Unternehmen zum Fördern").

Näheres wollen Sie aus unserem Museum ersehen. Da können Sie auch zu kaufen Dokumentieren durchlesen (u.a. das "Bulletin des Amis de Montaigle").


Circuit de visite 01/02 Circuit de visite 02/02


ANGERATETE RUNDFAHRT UND KOMMENTAR


Die in Klammern Ziffern entsprechen dem Plan der Ruinen.

Ein sehr steiler von zwei Mauern geschützter Weg führt zu den Ruinen. Früher mußte zunächst ein jetzt zugeschütteter Graben überquert werden, sowie ein Tor passiert werden, wo heute Häuser stehen.
Der Wirtschaftshof (Scheunen, Ställe, Weiden) befand sich in einer Umzäunung am Fuß der Süd-seite der Burg, links vom Zugangsweg.

Der erste Turm, den Sie sehen, -der Eingangsturm (1)- stammt aus dem Anfang des XIV. Jhds, wurde aber im XV. Jhd. aufgestockt und erhielt Fenster im Rahmen eines völligen Umbaus der Burg. Am Fuß dieses Turms sehen Sie noch den Anschlag des zweiten Tores (2), das den Eingang schützte.

Weitersteigend kommen Sie, auf der Höhe des Gitters, an die Stelle der (verschwundenen) Zugbrücke (3), die über einen jetzt zugeschütteten Graben führte. Dann betreten Sie den Burghof (4).


DER UNTERE BURGTEIL


Der Burghof ist nur zum Teil freigelegt worden und war von Wirtschaftsgebäuden umgeben : dem Pförtnerhaus (5), den Pferdeställen (6), einem Backhaus, Scheunen, Werkstätten, usw...

An der Ostseite des Hofes befindet sich ein dreistöckiges Gebäude : wahrscheinlich das Garnisons-quartier. Im Untergeschoß liegt ein gut erhalteter gewölbter Saal in Einrichtung : ab und zu dient er als Versammlungsraum oder noch als Schauspielhaus.
Über dem Erdgeschoß, das einen monumentalen Flur hatte, lag ein anderer Stock, der u.a. von einem mit zwei Fensterbanken Fenster -oben in der südlichen Mauer noch sichtbaren- beleuchtet war.

Wenn Sie den Hof wieder überqueren, sollen Sie einen Augenblick vor dem Flankenturm (8) stillstehen : dieser beschützte die nördliche Zwischenfassade und war mit einem schönen und fast unangetasteten Fenster mit zwei Fensterbänken versehen.

Daneben befindet sich der Brunnen (9) , der früher in einem kleinen Gebäude einverleibt war. Ganz gemauert ist er 33 Meter tief und vorzüglich -wie Victor Hugo es geschrieben hat- hallt er die Stimme wider. Aber damit Sie es hören können, wie er es gehört hatte, haben wir eine 25 Meter Höhe Steinen -die von Besuchern geworfen worden waren- davon herausziehen müssen. Seien Sie also ritterlich : Sie dürfen schreien, mit den Händen klatschen, aber werfen Sie bitte nichts darin!

Um Wasser so tief zu schöpfen, mußte ein Getriebe (Winde?) gebraucht werden, wovon die -verkehrt Kegelstumpfförmige- steinen Grundlage (10) übersteht.


DIE NORDSEITE DER BURG


Ein Gang um die Burg vermittelt einen besseren Überblick über die gesamte Ruine vom Plateau (11) aus, das in der spätrömischen Zeit als Garnisonsplatz diente. Leicht gelangen Sie dorthin, wenn Sie durch das Gitter neben dem Brunnen gehen. Wenn Sie auf dem Plateau weiter gehen, ein wenig um die Burg, haben Sie einen besonders eindrucksvollen Blick auf einen Eckturm, den sogenannten "Rückzugsturm" (12) und auf den Rittersaal (21). Beachtenswert ist auch eine Öffnung (15) mit vorkragenden Steinen (Erker oder Latrinen?) und auf halber Höhe ein gut sichtbarer Unterschied in der Mauerstruktur, der auf der ganzen Südseite erkennbar ist (ein weiteres Beispiel für Umbauten im XV. Jhd.).

Dann zurück nach dem Hof merken Sie einen dicken Viereckturm (14) sowie einen Eckturm (15), die die Schwierigkeit der Rettung ermessen lassen, die die "Freunde von Montaigle" unternommen haben, um den Verfall des Mauerwerks aufzuhalten (siehe vergleichende fotos im Museum).

Die "Freunde von Montaigle" und die Firma Pasek aus Anhée (Spezialist für Spritzen von feuerfestem Mikrobeton in Hochöfen) haben ein neues Verfahren zur Sicherung der Ruinen entwickelt, das jetzt auch zur Rettung anderer bedrohter Bauwerke angawandt wird.

Die Arbeit besteht -kurz gesagt- darin, sorgfältig die Schmarotzerpflanzen von dem Mauerwerk zu lösen sowie den alten zersetzten Mörtel. Wenn nötig, wird der obere Teil der Mauer abgebaut und dann getreu wieder aufgebaut. Dann wird das Mauerwerk befestigt, indem Mikrobeton darauf gespritzt oder hineingeblasen wird, je nach Bedarf. Schließlich wird die größt mögliche Anzahl Steine der behandelten Oberfläche mit unter Druck stehendem Wasser gereinigt. Die Tönung des Mikrobetons nähert sich der der Steine, um zu verhindern, daß das traurige Aussehen des verfallenen Bauwerks noch verstärkt wird.


DER OBERE BURGTEIL


Links von der Treppe (16), die zum Oberteil führt, öffnen sich zwei lange gewölbte Räume (17), riesige Lagerräume. Einer ist z.T. eingestürzt und gefährdet dadurch die Stabilität des anderen.

Der Wohnraum des Burgvogtes (18), der Flügel auf der rechten Seite des Treppenabsatzes, umfaßte einen großen Saal, dessen Gewölbe zusammengefallen ist -Reste davon sind noch zu sehen-, und darüber mindestens ein Geschoß mit Verbindung zu den herrschaftlichen Gemächern. In diesem Flügel vermutet man die Wohnung des Hauptmanns der Garnison...

Der Viereckturm (14), der an diesen Teil des Gebäudes angebaut wurde, war an seiner Basis eine Zisterne, gefüllt mit Regenwasser von den umliegenden Dächern. Im Obergeschoß dieses Turmes gibt es ein kleines fliesengedecktes Zimmer, unzugänglich geworden (siehe fotos im Museum).

Die herrschaftlichen Gemächer bestanden aus zwei großen Sälen. Von dem ersten -dem Schloß-turm-saal (19)- blieb nur das Kellergeschoß übrig : zwei gewölbte Keller, vollkomen zerfallen, kürzlich ausgeräumt. Wahrscheinlich dienten diese Keller als Küchen, wie die Reste von Öfen -u.a. im Schloß-turm (20)- es vermuten lassen.

Der zweite, der sogenannte Rittersaal (21) -zugänglich mit einer heutigen und vorläufigen Treppe- wurde durch breite Öffnungen erhellt (darunter zwei Fenster mit Fensterbank). Die Wände waren verputzt und in kräftigen Farben gestrichen. Eine Trennungswand sollte diesen Saal in seiner Länge teilen; zwei breite Kamine (22) heizten ihn : einer ist noch zu sehen und schloß teilweise den Eckturm, den sogenannten "Rückzugsturm" (12). Der Rittersaal hatte eine Etage (sichtbar an den Resten der Fensteröffnungen), zu der man über eine in die dicke Nordwand eingehauene Trepp (23) gelangte. Bemerkenswert ist auch im Untergeschoß ein noch erhaltener kleiner Keller (24).
Kürzliche archäologische Ausgrabungen an dieser Stelle haben Spuren eines Kastells aus der karolingischen Zeit (IX.-X. Jhd.) enthüllt. Später, im XIII. Jhd., wurde ein Schloßturm oder Eckturm (sowohl Verteidigungs- als auch Wohnungsturm) darauf aufgerichtet, und dann gegen 1300 kam das gräfliche Schloß, das in der Folge noch mehrmals umgebaut wurde.

Der obere Teil der Ruinen wird von der pfeilförmigen Mauer des Wachtturms (25) überragt. Ihn umläuft eine kleine Treppe, die zu einem quadratischen Raum (26) führt, der über einem gewölbten Saal errichtet wurde, der seinerseits an den Eingangsturm angebaut wurde. Das Übereinander der Geschoße läßt sich durch die partielle Zerstörung des Gebäudes gut erkennen.


DAS MUSEUM



Ehe Sie Montaigle verlassen, versäumen Sie es nicht, am Empfang vorbeizugehen, um diese kleine Schrift zurückzugeben und auch, um unser Museum zu besuchen (Archäologie, Geschichte, Ikonographie, Rettung der Ruine).
Die Besucher können auch auf ihre Weise zur Rettung der Ruinen beitragen, indem sie die von den Freunden von Montaigle herausgegebenen Veröffentlichungen kaufen.
Wollen Sie mit uns in Verbindung bleiben, dann geben Sie uns einfach Ihre Anschrift. Sie können ebenfalls Förderer und Mitglied des Vereins werden, indem Sie die Broschüre der Freunde von Montaigle abonnieren.

Danke für das freundliche Besuch.


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